Von der Vergangenheit bis heute: Die türkisch-deutschen Bildungsbeziehungen

Am Abend des 20. September fand im Yunus Emre Institut Köln ein Seminar zu den türkisch-deutschen Beziehungen statt. Gast des Programms war Prof. Dr. Mustafa Gencer, ein renommierter und erfahrener Akademiker, der lange auf diesem Gebiet geforscht hat. Sein Vortrag über die türkisch-deutschen Beziehungen stieß auf großes Interesse.
Gencer begann seine Rede mit dem Hinweis, dass die türkisch-deutschen Beziehungen, die bis Jahrhunderte zurückreichen, ihren eigentlichen Aufschwung mit dem Berliner Vertrag nach dem Osmanisch-Russischen Krieg von 1877–1878 und der Revision des Vertrags von Ayastefanos erlebten. Er fasste die Entwicklungen bis zum Bündnis der beiden Länder im Ersten Weltkrieg zusammen. Dabei betonte er, dass kulturelle Abkommen schon früh begannen und mit der Berufung deutscher Professoren an die osmanische Universität (Darülfünun) die militärische Zusammenarbeit auch auf Bildung und Kultur ausgeweitet wurde.
Ein „Spiel des Schicksals“ habe nach der Gründung der Republik die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland in eine neue Richtung gelenkt: mit der Arbeitsmigration, die später mit dem Übergang zur deutschen Staatsbürgerschaft eine weitere Dimension erhielt. Gencer unterstrich, dass jeder einzelne Abschnitt dieses Prozesses Stoff für ein eigenes Buch wäre, und stellte fest, dass die wirtschaftlichen, kommerziellen und kulturellen Beziehungen heute rasant wachsen. Die Intensität der Beziehungen sei in allen Bereichen spürbar – schon allein die Tatsache, dass Tausende türkische Ärzte, Krankenschwestern und Pflegekräfte im deutschen Gesundheitswesen tätig sind, sei Beweis genug.
Darüber hinaus erinnerte Mustafa Gencer daran, dass aufgrund der Beliebtheit Deutschlands als Studienland tausende türkische Studierende an deutschen Universitäten eingeschrieben sind. In seiner Rede teilte er zudem zahlreiche interessante Beispiele und Anekdoten aus der Geschichte der Beziehungen.
Die Veranstaltung, die mit breiter Beteiligung stattfand, hob hervor, wie wichtig es ist, die historische Dimension zu berücksichtigen, um „die Gegenwart zu gestalten, ohne die Vergangenheit zu vergessen“ und die türkisch-deutschen Beziehungen auf ein solides Fundament zu stellen. Zudem wurde der Mitschnitt des Vortrags auf dem YouTube-Kanal des Yunus Emre Instituts Köln veröffentlicht: